Bermersbach, Pfarrkirche St. Antonius

Geschichte / Baugeschichte

Die erste Erwähnung von Bermersbach findet sich in einer Urkunde des Grafen Wolfram von Eberstein aus dem Jahr 1386. Eine eigene Kirche gab es damals noch nicht im Ort. Zu den sonntäglichen Gottesdiensten gingen die Bermersbacher nach Forbach. Um diesen Weg zu sparen und weil die Bermersbacher ein eigenes Gotteshaus bauen wollten, richtete der Forbacher Pfarrer Ignatius Joseph Hornberger im Jahr 1719 ein Gesuch für den Bau einer Kapelle an die damalige Markgräfin Augusta Sybilla und 1720 an den Bischof von Speyer, der damals für das Murgtal zuständig war. Die Genehmigung wurde jedoch nicht erteilt. Erst elf Jahre später, am 2. Juni 1731 wurde ein weiterer Bauantrag vom Bischof von Speyer genehmigt. Im Mai 1733 wurde in Bermersbach eine erste Kapelle "zu Ehren der Jungfrau Mutter Gottes und des wundertätigen hlg. Antony von Padua" geweiht.

Bereits 1785 musste die Kapelle erweitert werden, war aber bald schon wieder zu klein und erneuerungsbedürftig. So ist es verständlich, dass die Bermersbacher bei jeder möglichen Gelegenheit ihren Wunsch nach einem neuen, großen Gotteshaus vorbrachten. 1886 wurde das Grundstück, auf dem die heutige Kirche steht, gekauft. Am 2. Juli 1893 erfolgte die Grundsteinlegung durch Dekan Strohmeyer aus Rotenfels. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Kirche am 27. September 1895 von Weihbischof Dr. Friedrich Justus Knecht eingeweiht.
Seither hat die Kirche eine bewegte Geschichte erlebt: Im September 1905 wurde in der Kirche ein schwerer Einbruch mit Diebstahl der Opferbüchsen und Schändung des Tabernakels verübt. Im Februar 1928 brannte es in der Kirche. Die Feuerwehr konnte zwar schnell Herr der Lage werden, aber leider nicht verhindern, dass das Gebälk beschädigt und eine schöne alte Weihnachtskrippe zerstört wurde.
Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde Bermersbach mehrmals aus der Luft beschossen und schließlich von den Franzosen eingenommen. Dabei wurde das Unterdorf größtenteils zerstört. Durch die Angriffe wurde auch die Pfarrkirche St. Antonius in Mitleidenschaft gezogen, besonders durch einen Bombenabwurf im September 1943 und durch eine Luftmine im Oktober 1944.
Im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde die Kirche 1969 den neuen liturgischen Anforderungen angepasst, dabei aber leider über die Maßen leer geräumt. Zum Glück konnten einige der sakralen Kunstwerke gerettet und im Heimatmuseum aufbewahrt werden, so dass es inzwischen möglich wurde, wenigstens die Retabeln der wertvollen Holzaltäre wieder in der Kirche aufzustellen.
Schon seit 1868 hatte man sich in Bermersbach bemüht, eine selbstständige Pfarrei zu werden bzw. einen eigenen Pfarrer und damit mehr Gottesdienste zu bekommen. 1933 wurde St. Antonius zur Kuratie und 1964 zur Pfarrei erhoben. Das größte Ereignis im Kirchenjahr ist bis heute das Antoniusfest, bei dem ein feierliches Hochamt mit anschließender Prozession durch das Dorf stattfindet. Ein fast 100 Meter langer Blumenteppich, dessen Anfänge auf das Jahr 1959 zurückgehen, wird an diesem Tag zu Ehren des heiligen Antonius gelegt.

Innenraum

Um das Jahr 1900 wurde für die Kirche in Bermersbach ein erstes großes Missionskreuz gestiftet. Bei der Mission 1920 wurde das Kreuz stark umgestaltet und 1970 renoviert. Seither ist es ein besonderer Blickfang im Altarraum der Kirche geworden.
 
Die Glasfenster stammen von Valentin Peter Feuerstein und zeigen die Heilsgeschichte von der Erschaffung bis zur Vision der Herrlichkeit in der Offenbarung.
 
Der Kreuzweg aus dem Jahr 1972 stammt von Wilhelm Müller.
 
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