Demenz ist kein Tabu mehr

Demenz ist kein Tabu mehr

Fachfrau zeigt Wege, die Würde von Erkrankten zu erhalten

Bereits zum zweiten Mal war die Karlsruher Demenz-Expertin Elisabeth Mayer-Drissi auf Einladung des katholischen Bildungswerkes der katholischen Seelsorgeeinheit zu Gast in Forbach-Langenbrand. Das Interesse war riesig: eilends schafften das Bildungswerk-Team noch Stühle herbei, denn die Sitzplätze im Gemeindesaal war schnell bis auf den letzten Platz gefüllt. Mayer-Drissi hatte in ihrem zweiten Vortrag den Schwerpunkt anders gelegt: „Aktiv leben mit Demenz“ und das bis ins hohe Alter.

Nach einführenden Worten übergab Pfarrer Thomas Holler an Mayer-Drissi, die aus ihrer jahrelangen Erfahrung als Pflegedienstleiterin und Dozentin am Berufsfortbildungswerk in Karlsruhe aus der Arbeit von Betreuungskräften in Altersheimen berichtete, die dort nicht etwa für die Pflege der Bewohner sondern für die „Aktivierung“ der Senioren zuständig sind: „Hauptsächlich geht es darum, Freude zu bereiten – auch wenn das von den Betreuten anschließend vergessen wird“, so Mayer-Drissi. Die Palette der Möglichkeiten ist da bei fast unendlich: Singen, Basteln, Fotoalben ansehen, Gesellschaftsspiele, gemeinsames Kochen oder Backen, Rätseln, Vorlesen und vor allem Bewegung – egal ob mit Gymnastik, Tanzen, Sport oder Spazierengehen. Dabei sei es wichtig, die Erkrankten nicht zu überfordern und feinfühlig darauf zu reagieren, wenn durch die gemeinsame Beschäftigung unangenehme Erinnerungen geweckt werden. „Unser Ziel ist es, sowohl Unter- als auch Überforderung zu vermeiden. Alle Sinne, Tasten, Riechen, Schmecken, Hören, Sehen, sollen angesprochen werden. Es ist wichtig die Kommunikation zu fördern und das Selbstwertgefühl der Erkrankten zu stärken. Spaß und Freude stehen im Vordergrund!“ mahnte Elisabeth Mayer-Drissi eindringlich. Man müsse aber immer damit rechnen, dass im Krankheitsverlauf Veränderungen stattfinden, dass Erkrankte Tätigkeiten, die sie zuvor mit großer Freude und auch Können ausgeübt hätten, nicht mehr nachgehen würden, wenn sie merken, dass sich Fehler einschleichen. Das Bewusstsein, sich und seine Fähigkeiten zu verlieren, belastet nicht nur das Umfeld der Betroffenen, sondern vor allem sie selbst enorm. Mit praktischen Übungen zeigte Mayer-Drissi, wie der theoretische Ansatz in Pflegeheimen aber auch im privaten Umfeld umgesetzt werden kann. Schnell entstand eine lebhafte Diskussion, denn das Publikum hatte z.T. schon sehr intensive Erfahrungen im privaten Umfeld mitgebracht. Viele Fragen wurden zum Umgang mit Erkrankten im privaten Umfeld gestellt und es wurde deutlich, dass die Pflege im heimischen Umfeld allen Beteiligten viel abverlangt. Mayer-Drissi verlängerte spontan den Vortrag, um genügend Zeit für Fragen zu lassen. „Wenn ich wüsste, was man mit Medikamenten gegen Demenz machen könnte, würde ich es Ihnen sagen, aber es gibt kein Patenrezept, ich kann Ihnen nur Anregungen mitgeben“, bedauerte Mayer-Drissi. Aber sie appellierte: „Lassen Sie den Betroffenen so viel wie möglich von ihrer Würde, auch wenn alle Probleme individuell anders gelagert sind.“ Und sie sprach auch deutlich an, dass pflegende Angehörige jede Form der Unterstützung annehmen sollten, egal über die Pflegekasse oder wenn ein Nachbar sich anbietet, 1 Stunde auf die kranke Mutter aufzupassen. „Wenden Sie sich rechtzeitig an den Pflegestützpunkt in der Nähe!“ Pfarrer Holler dankte der Referentin für den engagierten Vortrag mit den vielen persönlichen Beispielen: „Man spürt auch hier die Not der Betroffenen, solche Abende helfen aber vielleicht ein bisschen weiter.“

 Mit freundlicher Genehmigung des Badischen Tageblatt

von Katharina Vogt

 

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